FREUNDE TREFFEN SICH - REVISITED
RAINER GROSS
Wit trafen 1971 unverhofft in Köln zusammen - Manfred Boecker, Wolfgang Niedecken und ich. Die darauf folgenden Jahre entwickelten eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit, die durch den gemeinsamen Besuch der Fachhochschule für Kunst im Bereich Freie Malerei in Köln am Ubierring ihren Zusammenhalt fand.
Manfred Boecker kannte ich schon seit wir beide 12 Jahre alt waren aus dem Gymnasium in Mülheim. In den darauffolgenden Schuljahre begegneten wir uns oft. Beide spielten wir Drums in verschiedenen Schlul-Rockbands mit Gigs in Jugenheimen und Clubs in und um Köln.
Ein Wiedersehen auf der Kunstschule erweiterte unsere künstlerriche Weltanschaung. Wolfgang Niedecken den Manfred schon im Vorjahr auf der Kunstschule kennengelernt hatte, komletierte unser künstlerisches Trio.
Es ging uns um Humor – alles Kleinkariete wurde von uns lächerlich gemacht – wir fanden uns ganz schön cool zu der Zeit. Diese unbeschwerte Haltung gab uns die Offenheit mit Musik und der Malerei zu experimentieren.
Grundsätzlich lehnten wir das akademische Malstudium ab.
Ee war die Zeit des Photorealismus, der nach der Pop Art in Deutschland 1972 Einzug hielt.(siehe Dokumenta 5) Wir gingen zu Happenings und Fluxus Veramstaltungen und standen auch dem Kapitalistischen Realismus und Surealismus nahe.
Wir malten Ersatzrealitäten, medienverabeite Reproduktionen von Events, die collagenhaft verschiedene Realitätsebenen auf und untereinander vermischten. Tabus gab es so gut wie keine.
Dabei waren die Kneipen in der Südstadt unser abendslicher Treffpunkt, wo wir uns ernsthaft in Diskusionen zu deffinieren versuchten.
Wir erfanden Köschtexte auf Rock- und Blues-songs, die wir at hock auf Parties darboten. Es entstanden einige gemeinsame Dada Objekte , die wir natürlich mit dem Kölschen Titel “ESS FÄÄDISCH” tauften.
1973 schlossen sich gemeinsame Reisen mit Zelt und VW Bus in die Türkei an.
Zu der Zeit lernte ich den Maler Howard Kanovitz in Köln kennen, der 1972 auf der Dokumenta 5 vertreten war. Ende 1973, seiner Einladung nach New York folgend, bin ich dort geblieben, wo ich heute noch lebe. Ich arbeitete als freischafender Maler. Zwischen 1975– 978 war ich noch Drummer einer Rockband namens L.O.K.
Wir spielten oft nur mit eigenen Songs in den lokalen Clubs wie CBGB’s und Maxi’s KansasCity.
Wie drei blieben noch Jahre eng miteinander bereundet, und beide besuchten mich öfter in New York. In den 80iger Jahren trafen wir uns gelegentlich privat und bei
Ausstelungseröffnungen und Rockkonzerten der Gruppe BAP.
Bis heute verbindet uns im Künstlerischen vieles, ausgehend aus den Schlüsselerfahrungen der frühen Jahre.